Einkauf mit Verantwortung: Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor
Shownotes
Willkommen zur neuesten Ausgabe des BME-Podcast "KaufKraft", dem Format für Trends und Insights rund um Einkauf, Logistik und Supply Chain Management!
Moderiert von Prof. Dr. Florian C. Kleemann, beleuchtet diese Episode, wie Unternehmen nachhaltige Einkaufsstrategien erfolgreich umsetzen können.
Wir hatten die Ehre, Gaby Symonds, Head of Procurement bei Nestlé Deutschland AG, als Interviewpartnerin begrüßen zu dürfen. Mit über 20 Jahren Erfahrung im Einkauf – davon acht Jahre in ihrer aktuellen Position – gibt Frau Symonds spannende Einblicke in die nachhaltige Transformation eines der weltweit führenden Konsumgüterhersteller.
In dieser Episode erfahren Sie: • Wie Nachhaltigkeit als strategischer Kern in den Einkaufsprozessen von Nestlé verankert wurde. • Welche Herausforderungen und Lösungen bei der Lieferantenauswahl und -audits entstehen – von ökologischen Aspekten bis hin zu sozialen Standards, und wie Nestlé mit Themen wie Arbeitsbedingungen umgeht. • Warum Nachhaltigkeit nicht immer kostspielig sein muss und wie logistische Optimierungen sowohl der Umwelt als auch der Wirtschaftlichkeit zugutekommen können. • Wie regulatorische Anforderungen wie das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz und die EU-Entwaldungsverordnung Unternehmen prägen – und warum Nestlé solche Standards schon lange unterstützt. • Wie innovative Technologien, einschließlich Künstlicher Intelligenz, den Einkaufsprozess transformieren und Unternehmen helfen, effizientere Entscheidungen bei der Lieferantenauswahl zu treffen.
Hören Sie rein, wenn es heißt: Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor. Lassen Sie sich inspirieren von Best Practices, die zeigen, wie Unternehmen Nachhaltigkeit aktiv und wirksam umsetzen können.
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Transkript anzeigen
Audiodatei
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Transkript
Sprecher 1
Kaufkraft der Entscheider Talk, der Podcast des BMI mit aktuellen Trends und Informationen aus Einkauf, Logistik und Supply Chain Management. Dieser Podcast wird ihnen präsentiert in Kooperation mit Schweizer Fachinformationen, der Plattform für professionelles Wissen, wie sie den Einkauf von Informationen optimieren, erfahren Sie auf schweizeronline.de im Bereich Services für Unternehmen. Wir hören uns.
Sprecher 2
Was? Liebe Zuhörer und Zuhörerinnen, Liebe Einkaufscommunity, herzlich Willkommen zum BME Podcast Kaufkraft mein Name ist Florian Kleemann. Ich bin Professor für Supply Chain Management an der Hochschule München und beschäftige mich dabei insbesondere mit der zukunftsorientierten Entwicklung des Einkaufs und freue mich, an dieser Stelle ausgewählte Experten und Expertinnen rund um die Transformation des Einkaufs begrüßen, befragen und mit ihnen diskutieren. Zu können in der heutigen Ausgabe befassen wir uns mit dem ebenso wichtigen wie aktuellen und herausfordernden Thema, in dem die Rolle des Einkaufs in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen hat, nämlich Nachhaltigkeit. Unser Gast hierzu ist Frau Gabi. Sie leitet den deutschen Einkauf beim Konsumgüterhersteller Nestlé. Ihr Credo könnte nicht besser zu unserem Fokusthema von heute passen. Wettbewerbsfähiger und nachhaltiger Einkauf wie sieht das bei Nestlé umsetzt? Erzählt sie uns heute. Herzlich Willkommen, Frau Simmons. Ja, ich habe es gerade schon gesagt, wir haben uns.
Sprecher 2
Ein hochaktuelles und auch in der Breite immer stärker zunehmendes Thema vorgenommen, nämlich die Nachhaltigkeit zunächst mal vielleicht auch ein bisschen Überblick zu schaffen über die Thematik. Aber dann ist ja mit der EU-Entwaldungsverordnung ein Thema in den letzten Monaten stark in die Diskussion gekommen. Für den Einkauf und seine Lieferanten, sodass wir das als zusätzliche Vertiefung mitwollten. Bevor wir. Da so tief einsteigen, ich habe nur ganz kurz ihre Position und Ihren Namen genannt, von daher freu ich mich erst mal Frau Siemens, wenn Sie sich als Person gerne auch Ihren Werdegang und dann auch n Stück weit ihr Unternehmen vorstellen. Sie möchten.
Sprecher 3
Sehr gerne. Vielen Dank. Ja, mein Name ist Gabi Simmons. Arbeite eigentlich mein ganzes Leben lang im Einkauf. Ich bin seit 20 Jahren bei Nestle und bin seit 8 Jahren Einkaufsleiterin der Nestlé. Bei Nestlé selber habe ich sehr untypisch immer nur im Einkauf gearbeitet, in ganz vielen. Position. Normalerweise zirkuliert man so durch das Unternehmen und durch die. Ich habe es leider nur nach Deutschland geschafft, aber wie gesagt, im Einkauf habe ich viele. Das ist glaube ich meine sechste Position, habe also viel Erfahrung sammeln können.
Sprecher 2
Klasse, wie gesagt, nestlé als Unternehmen kennt man. Fühlen sie uns trotzdem mal, wo Herausforderungen im aktuellen Einkauf liegen. Ist ihre Organisation dort? Welche Rolle spielt der Einkauf bei Ihnen im Unternehmen?
Sprecher 3
Also ist. Der größte Lebensmittelkonzern der Welt das klingt jetzt so, als ob wir damit ja den Markt dominieren. Aber interessant finde ich immer die Zahl, dass wir tatsächlich nur 3% des weltweiten Lebensmittelumsatzes dann auch für die Produktion unserer Produkte verwenden. Wir haben im Einkaufsbereich einen zweistufigen Einkauf, heißt einen globalen und einen lokalen Einkauf. Globaler Einkauf ist in 3 sogenannten Hubs organisiert. Wo unsere globalen Einkäufer sitzen und alles das was man Global am besten einkaufen kann dann dort auch einkaufen also mein schönstes Beispiel sind immer Kaffee und Kakaobohnen die gibt es nur an bestimmten Orten der Welt und es macht absolut Sinn dass man das zentral seit es dann auch für alle Nestlé Länder und Gesellschaften einkauft das gegen Beispiel sind malerdienstleistungen zum Beispiel also der indirekte Einkauf? Macht es keinen Sinn, das global in irgendeiner Form Sau. Zu wählen, und dafür gibt es eine Lokale. Wir haben also hier in Deutschland dann auch eine relativ große Einkaufsorganisation, die sich damit beschäftigt und kaufen so ungefähr 40% unserer Einkaufsausgaben lokal 61% werden überregional eingekauft.
Sprecher 2
Was sind da aktuell ihre wesentlichen Herausforderungen?
Sprecher 3
Das ist jetzt eine ganz spannende Frage. Also wir haben ja jetzt eine eine ganze Zeit lang Krisen hinter uns gelassen. Ja, also ich glaub die gesamten 8 Jahre meiner Einkaufsleiter Tätigkeit sind wirklich geprägt von Krisen, die sind ja auch noch nicht ausgestanden. Warenverfügbarkeit ist ein ganz, ganz Großes. War für uns aber gleichzeitig beschäftigen wir uns auch sehr, sehr intensiv mit allem was Nachhaltigkeit angeht, die wir kommen ja später noch. Die Entwaldungsverordnung hat uns natürlich stark begleitet in den letzten beiden Jahren das Lieferkettengesetz und in den Jahren davor allgemeine Nachhaltigkeitsthemen und übergeordnet natürlich die Klimaneutralität, die uns auch noch die nächsten Jahre begleiten wird.
Sprecher 2
Vielleicht an der Stelle auch eine kritische Nachfrage, ne das also sie haben gerade gesagt, für sie als so Zukunftsthema für den Einkauf bei Neste das Thema Nachhaltigkeit ganz stark im. Allerdings muss man da auch den Finger vielleicht ein bisschen in die Wunde legen, weil nestlé in den letzten Jahren durchaus immer mal wieder mit nicht besonders nachhaltig wirkenden in der Presse war. Nutzung von Grundwasser, Rodungen für das Palmöl und sie nennen jetzt Nachhaltigkeit als Fokusthema und ne, wir sollen das, glaube ich nicht verschweigen. Ist das nicht ein Widerspruch oder wie sehen Sie da den Zusammenhang?
Sprecher 3
Überhaupt nicht. Also ich bin n bisschen verzweifelt, weil mir kommt es immer so. Je größer die Anstrengungen sind, die nestlé unternimmt, desto schlechter wird das Bild in der Presse. Weil ich ja tagtäglich damit auch befasst wird, tut mir das immer sehr weh. Wir könnten jetzt über das Wasser eigenen Podcast machen und über das Palmöl auch. Vielleicht einfach nur so ein Paar. Wir haben keine Wasserwerke mehr in Deutschland, keine ja auch keine Wasserwerke, produzieren Wasser an 43 Standorten der Erde und lassen derzeit alle Werke schon seit mehreren Jahren nach dem Alliance for Water Stuart Chip Audit Auditieren, um sicherzustellen, dass uns auch externe Audit. Attestieren, dass da alles vernünftig zugeht. Das Ganze wird nächstes Jahr abgeschlossen. Ich glaube, im Moment sind wir ungefähr bei 2 Dritteln der Standorte und vielleicht noch eine Zahl. Zum Schluss also Nestle verbraucht und jetzt muss ich aufpassen. 0,0009% des gesamten. Wurde ist das, was nestlé produziert, also eine verschwindend geringe Zahl? Und wie hat es mir mal jemand versucht zu erzählen, ein Fingerhut auf 1000 Badewannen? Was muss ich die Menge um?
Sprecher 2
Mhm OK, und es ist ja auch nicht so, dass sie das alles selbst trinken, sondern sie stellen es ja auch dem Markt wieder zur Verfügung. Glaube ich, wollen wir uns einfach jetzt Nachhaltigkeit im Einkauf widmen. Ich halte auch nichts vom Bashing. Wollte damit auch kein Bashing betreiben, sondern eher natürlich.
Sprecher 3
Darf ich vielleicht einmal nur ganz kurz auf das Thema Palmöl eingehen, weil das ist mir schon sehr nah am Herzen. Im Palmöl ist ja so ein Produkt. Das Halt von den Verarbeitungsmöglichkeiten sehr vorteilhaft ist, nicht nur für die Nahrungsmittelindustrie, sondern auch für die Kosmetikindustrie. Und Palmöl an sich ist eigentlich ein hervorragender Stoff, weil Palme mehrfach im Jahr geerntet. Das heißt also, von der Flächenproduktivität ist Palmöl kaum zu toppen. Das heißt, ich brauch viel weniger Fläche als von jedem anderen Rohstoff, den man alternativ einsetzen könnte. Wenn wir uns überlegen, dass wir ja Milliarden von Menschen mit Lebensmitteln versorgen müssen, jetzt nicht nur Nestle, sondern allgemein ist Palmöl wirklich nicht zu. Hoppen und jeder, der sich mit dem Thema wirklich beschäftigen möchte. So hat sich auch das anhören, was der WWF dazu zu sagen hat, nämlich genau das, was ich gerade geschildert hab. Es geht also darum, nachhaltiges Palmöl einzukaufen, nicht auf Palmöl zu verzichten. Ja, und das tun wir seit vielen Jahren. Also wir sind. Unter dem RSPO Standard, der sich ja eine Zertifizierung speziell für Palmöl, der dann sicherstellt, dass es eben halt nicht von gerodeten Waldflächen kommt. Und wir überwachen das Ganze im Übrigen auch Satellitengestützt. Wir könnten, glaube ich, tatsächlich zu dem Thema N eigenen Podcast machen.
Sprecher 2
OK, aber der Podcast heißt Ja Kaufkraft und nicht scherbengericht. Und ich glaube, zum modernen und zukunftsorientierten Einkauf gehört Nachhaltigkeit ganz stark dazu und da ist es gerade auch aus meiner Sicht viel wichtiger, dass wir über Leuchttürme sprechen, über Unternehmen und Einkaufsorganisationen, die sich dem Thema. Schon intensiv widmen und andere daran teilhaben lassen, das ist ja der Sinn auch des Podcasts. Von daher würde ich vorschlagen, wir schauen uns mal an, was sie im Bereich Nachhaltigkeit unternommen haben, bevor wir da aber schon tief reingehen, vielleicht eher eine allgemeine, also welche Rolle spielt nachher ihnen im Einkauf und was war ein Treiber davon? Sie haben. Die letzten Jahre waren so Krisendominierend, trotzdem stehen sie für Nachhaltigkeit im Einkaufs 1 ihrer. Wenn ich das so sagen darf, von daher führen sie uns rein. Wo hat das angefangen, wo stehen sie da?
Sprecher 1
Jetzt.
Sprecher 3
Ich muss überlegen. Also ich glaube, wir haben tatsächlich intensiv begonnen, uns mit dem Thema Nachhaltigkeit. Vor 15 Jahren, 17 Jahren ungefähr. Und das Ganze hat begonnen, dass wir uns überlegt haben, wir können unsere Lieferanten qualitativ auditieren, aber wir wissen dann immer noch nicht, unter welchen Umständen werden unsere Produkte eigentlich produziert. 2 Fragen haben uns damals. This is where is a come from and how was it re. Und wenn man diese 2 Fragen beantworten kann, dann ist man eigentlich schon richtig weit vorne. Das hört sich so einfach an, ne, wo kommt es her? Wissen ja, wovor wo wir kaufen, aber die Frage ist, wo kommt das Produkt eigentlich her, nur weil ich von. Deutschen Zwischenhändler kaufe, weiß ich ja immer noch nicht, wo es eigentlich produziert und hergestellt. Und die Transparenz in zu schaffen, das hat uns wirklich Jahre gekostet, weil kein Vorlieferant gibt jetzt gerne seine Quellen preis. Es hat viel Überzeugungsarbeit gekostet und wir mussten natürlich auch erst unsere Einkäufer da entsprechend schulen, dass die das überhaupt mit den Lieferanten entsprechend besprechen können. Ja, und wenn man weiß, wo es herkommt, dann weiß man in der Regel auch, unter welchen Umständen es produziert wird. Dann, wenn man das weiß, dann kann man sich sehr gut überlegen, ob das für einen akzeptabel. Diese Umstände, unter denen es produziert wird oder ob man gerne was daran ändern möchte oder eventuell auch eine Lieferstätte ändern möchte.
Sprecher 2
Führt eigentlich schon ins nächste Stichwort oder in die nächste Frage. Nämlich haben sie aktuell in den Einkaufsprozessen Nachhaltigkeit verankert. Wo? Denke so ein Klassiker aus Theoriesicht ist immer ein Lieferantenauswahl. Hatten jetzt aber auch das Thema Lieferantenmanagement au. Angesprochen, vielleicht können wir da gerade mal n bisschen gezielter noch die Prozessperspektive ansetzen, wo sie wirklich tagtäglich sozusagen die Auswirkungen spüren.
Sprecher 3
Ja, es gibt eigentlich keinen Angriffsprozess wo wer nicht mit Nachhaltigkeit zu tun hat, um bei uns Lieferant zu werden, ist es wichtig, minimale Anforderungen an nachhaltige Beschaffung zu kennen und zu verankern. Auch in der vorgelagerten Lieferkette durchzusetzen, das heißt also, ein entsprechender Standard muss von jedem Lieferanten gezeichnet werden und auch umgesetzt werden. Das ist unsere Minimum. To supply also. Ohne die wird man keinen Lieferant bei nestlé und insofern das leitet uns ja im im täglichen Umgang. Das Thema Klimaneutralität, ist das nächste Thema was, was uns natürlich auch schon mehrere Jahre begleitet, wie kommen wir dazu? Lebensmittelproduktion das Unternehmen, eine grüne 0 darzustellen, die wir uns ja als Ziel gegeben haben für 2050 und wo wir auf einem sehr guten Weg sind und 3.3. Thema sind natürlich solche Regularien wie das Lieferketten Sorgfaltspflichtengesetz auch bei mir im Einkauf an wir. Siedelt und jetzt die kommende Entwaldungsverordnung der EU.
Sprecher 2
Sie hatten gerade das Thema Auditierung. Das ist ja auch so ein klassischer, Glaube ich, so ein, so ein, so ein Leidensbereich, ne mit einem Lieferanten was signieren lassen, das wird sozusagen unter Druck manchmal dann halt eben einfach gemacht, weil es auch klar was ist, wenn ein Nein Antwort dann eben zum Ausschluss führen würde. Ist vielleicht ein. Aber wo lagen in anderen Bereichen Herausforderungen bei der. Ja, also ich vermute, dass es Lieferanten seitlich da Schwierigkeiten oder Herausforderungen gab. Kann mir aber auch vorstellen, dass es das intern gab. Ne so. Wegen Nachhaltigkeit ist immer. Ja, und wir sind so nah am Markt und die Verbraucher sind Preissensibel und so weiter. Wie kriegt man da dieses Spannungsfeld oder welches Spannungsfeld hatten sie da? Und natürlich gerne auch. Wie haben Sie es gelöst?
Sprecher 3
Also das Spannungsfeld kosten, um damit mal ganz kurz. Ist tatsächlich da. Das lässt sich auch nicht wegdiskutieren, aber es ist nicht immer so, dass Nachhaltigkeit teurer ist. Möchte gerne dazu ein Beispiel. Wir haben also ein Distributionszentrum viele Jahre lang in der Nähe von Berlin gehabt. Also das ist ein quasi wie ein Zentrallager, aus dem wir dann unsere Kunden in der Bundesrepublik versor. Wir haben in Deutschland 4 dieser Zentrallager und eines davon hatten wir in der Nähe von Berlin historisch bewachsen. Hatten da mal ne Fabrik. Haben das dann alles. Und die Bundesrepublik versorgt und haben aber uns vor 2 Jahren entschieden, dieses Distributionszentrum stärker in die Mitte von Deutschland zu verlegen, weil unsere Kunden dort auch angesiedelt sind. Und das heißt also, wir haben über ein Drittel aller Transportkilometer gespart. Das ist natürlich nicht nur eine Einsparung im Zuge steigender Frachtkosten, eine relevante Einsparung, aber auch eine klimatechnische Einsparung, wenn nicht 40% oder 35% weniger. Fahre ich natürlich auf entsprechendes CO 2 ein und wenn ich dann ein moderneres. Solarpanels ausgestattetes Distributionszentrum nutze. Dann habe ich immense Vorteile dadurch, auch im punkto Klimaneutralität, hab aber gleichzeitig Kosten eingespart. Was gibt natürlich schon auch Produkte, die dann teurer sind, aber ich sag mal unterm Strich muss man sich das Ganze dann angucken.
Sprecher 2
Gibt es sonst sag ich mal so problemlösungsketten oder sagen wir mal Duos, wo sie sagen, ja, da haben wir ne in der Umsetzung Nachhaltigkeit große Herausforderung gehabt. Das war so n Lösungsvorschlag.
Sprecher 3
Also ich bin ein ganz großer Fan von dem Standard, den wir da verfasst haben, weil der wirklich für alle nachvollziehbar aufschreibt, was unsere Erwartungen sind. Verbraucher können sich das Anschauen, was wir mit unseren Lieferanten umsetzen und unsere Lieferanten haben eine faire Chance, dem dann auch gerecht zu werden. Also es ist eine gleiche Basis für alle, die es uns ermöglichen, Standard dann auch in der gesamten Lieferkette entsprechend umzusetzen.
Sprecher 2
Und haben Sie noch einen Tipp für das leidige Verifizierungsthema, also Auditierung, wie oft, wie intensiv? Wie klopft man denjenigen auf den Fingern, die vielleicht. Sagen ja, ja, machen wir alles. Und dann ist doch nicht so. Also wie sind da Erfahrungswerte vorhanden?
Sprecher 3
Durchaus positiv also wir arbeiten mit einem externen Auditierungsstandard, das ist fedex, ein sogenanntes Metafor pillar Audit 4 verschiedene Grundpfeiler, die dort auditiert werden und interessanterweise nicht nur der. Standard, dass bestimmte umwelttechnische Aspekte eingehalten werden und so weiter sondern es gibt im Rahmen dieses Saudits auch immer Gespräche mit. Und ich hab, als wir angefangen haben zu auditieren, hab ich gedacht, na ja, in Westeuropa brauchen wir das ja nicht zu machen, da haben wir ja kein Problem, das müssen wir da in Drittweltländern machen, aber es gibt durchaus auch Themen in West, EU, Europa, die nicht so ganz sauber laufen und wo wir intensive Gespräche mit den Lieferanten haben führen müssen. Das Thema Überstunden. Stunden ist in der Vergangenheit da auch sehr stiefmütterlich behandelt worden und wir hatten auch tatsächlich einen Fall, wo ein Geschäftsführer seine Mitarbeiter nicht anständig behandelt hat und wir uns aufgrund dessen entschieden haben, nicht mehr mit diesen Lieferanten zusammenzuarbeiten. Alle Bemühungen da eine Besserung sicherzustellen, nicht fruchtbar waren.
Sprecher 2
Ein interessanter Punkt eben. Ne weil Nachhaltigkeit. Hatten momentan in der Zuge der klimadiskussion natürlich immer eine sehr stark ökologischen Anstrich aber in dem Fall natürlich auch eine soziale Komponente und Ich glaube es ist auch ein Grund warum sich zumindest in der EU das Thema Nachhaltigkeit jetzt in den letzten Jahren immer auch nach oben gearbeitet hat und sie hatten es auch gerade schon gesagt dass auch die regulative Engagement der EU dann Treiber war für ihre Arbeit im Einkauf Richtung Nachhaltigkeit zu gehen also um das stärker auch in den lieferketten und einkaufsarbeit zu verankern. Sind Sie davon betroffen? Stehen Sie dazu? Du eben zu diesem regulativen Aspekt von Nachhaltigkeit.
Sprecher 2
Weil Nachhaltigkeit hat momentan in der Zuge der Klimadiskussion natürlich immer eine sehr stark ökologischen Anstrich, aber in dem Fall natürlich auch eine soziale Komponente. Und ich glaube, es ist auch ein Grund, warum sich zumindest in der EU das Thema Nachhaltigkeit jetzt in den letzten Jahren immer stärker auch nach oben gearbeitet hat. Sie hatten es auch gerade schon gesagt, dass auch die regulative Engagement der EU dann Treiber war für ihre Arbeit im Einkauf Richtung Nachhaltigkeit zu gehen also. Um das stärker auch in den Lieferketten und Einkaufsarbeit zu verankern. Inwieweit sind Sie davon betroffen? Stehen sie dazu eben zu diesen regulativen Aspekt von Nachhaltigkeit.
Sprecher 3
Ja, vielleicht kurz im Protokoll. Ich seh das eigentlich nicht unbedingt als Treiber für unsere Nachhaltigkeitsbemühungen, weil das, was wir in diesem Bereich Nachhaltigkeit gemacht haben, das haben wir schon sehr viel früher gemacht, und insofern waren wir ja immer ein großer Verfechter des Lieferketten, Sorgfaltspflichten, Gesetzes und. Möglich, dass wir damit ein sogenanntes Level Playing Field geschaffen haben, weil unsere Anstrengung irgendwie als selbstverständlich angesehen wurden und wir immer trotzdem in der preislichen Wettbewerbsfähigkeit zu Lieferanten gesehen wurden, die diese Anstrengungen eben halt nicht unternommen haben. Und von daher sind wir sehr froh, dass es damit eine Marschrichtung gibt, die für alle gleich ist und nach der sich alle zu orientieren haben. Trotzdem ist natürlich die Ausgestaltung des Gesetzes auch für uns. Ne Herausforderung, weil man sich dem dann auch entsprechend unterordnen muss und auch das Ganze so dokumentieren muss, wie das Gesetz ist vorgeschrieben hat.
Sprecher 2
Ja, und das nächste Gesetz kommt ja eben, wenn auch man man nicht so genau weiß, wann würde ich mal so von außen beurteilen. So gefühlt LKSG war gestern, heute ist Entwaldungsverfahren. Ordnung können Sie uns ein Stück weit rein führen, wo worum es da geht. Habe die Diskussion ja noch nicht so intensiv verfolgt.
Sprecher 3
Oha, dann wird es heiß. Also die Entwaldungsverordnung in A Nutshell fokussiert sich auf die 7 größten Rohstoffgruppen, die weltweit für Entwaldung verantwortlich sind. Größten beiden sind Palmöl und Soja, aber auch Kaffee, Kakao, Kautschuk, Holz.
Sprecher
Ist.
Sprecher 3
Und den Rest kriege ich gerade nicht zusammen. Auf jeden Fall 7, die dafür verantwortlich sind und die EU entwaldungsverordnung wird sicherstellen, dass keine Produkte von Flächen, die nach 2020 entweitet wurden, in die EU eingeführt werden dürfen beziehungsweise aus der EU exportiert werden dürfen. Das hört sich toll. Toll an die Nachweispflicht ist aber die Herausforderung, die uns hier begleitet, weil wir für alle unsere fertig waren. Ein sogenanntes Due Diligence Statement mitgeben müssen, aus dem eben hervorgeht, dass wir keine von Entwaldung betroffenen Rohstoffe importiert haben.
Sprecher 2
Na also, die Verordnung ist ja umstritten und noch in der Diskussion. Wie ordnen Sie das ein?
Sprecher 3
Ja, ich verstehe das. Die Umsetzungsparameter sind halt komplex und nicht alle so klar wie wir das brauchen würden und uns wünschen werden, so dass ich das gut nachvollziehen kann.
Sprecher 2
Mhm, ja, da hat sich eben einiges an der Diskussion dann auch ergeben. Können Sie uns mit Blick auf die wahrscheinliche Umsetzung mitnehmen, wie bereiten sie Ihren Einkauf, ihr Team, ihre Lieferanten schon jetzt auf die Verordnung vor? Kann man vielleicht schon tun, auch wenn die Gesetzgebung noch nicht final abgeschlossen ist.
Sprecher 3
Also wir sind als Unternehmen weltweit mit allen Rohstoffgruppen betroffen. Von daher haben wir riesige Implementierungsteams, die sich mit der Umsetzung beschäftigen und wichtigstes Thema für uns ist, erst mal zu identifizieren, welche Produkte sind denn überhaupt betroffen? Hört sich so einfach an, aber vielleicht mal so als. Viel ein Kitkat zum Beispiel unterliegt nicht der Entwaldungsverordnung, weil es kein Schokoladenprodukt ist, sondern ein Waffelprodukt und ein Waffelprodukt fällt nicht per HSG. Also der. Zollcode fällt nicht unter die Entwaldungsverordnung also erstmal identifizieren, was ist denn überhaupt betroffen? Haben wir noch nachbearbeitungsbedarf? Das waren so die größten Herausforderungen weltweit. Da sind wir jetzt relativ weit vorne. Und ja.
Sprecher
Herr.
Sprecher 2
Ich bin mehr Fan von dem weißen Kitkat. Das wäre vielleicht dann sogar noch weniger. Das beruhigt mich auf jeden Fall. Genau jetzt könnte ich mir vorstellen, dass es auch Kolleginnen und Kollegen gibt, die sagen, Oh, nächste Verordnung ja, also Nachhaltigkeit ist schön und gut, aber jetzt kommt die nächste Verordnung, was können Sie denn den Kollegen empfehlen, die.
Sprecher 1
Auch ein Projekt gekommen.
Sprecher 2
Die das Thema vielleicht noch so ein bisschen auf die lange Bank schieben. Ne so so wo ist ein Einstieg, wo ist eine auch zuverlässige Informationsquelle, weil sie haben jetzt gerade gesagt, sie haben dafür ein globales Team. Nicht jede Kollegin, jeder Kollege hat für diese Themen spezielle Ressourcen. Und trotzdem betrifft es ja sehr viele von. Vielleicht haben Sie da ein 2 Tipps, wie man in das Thema mal nenn es jetzt mal Mieterschwellig eintauchen kann oder einsteigen kann. An.
Sprecher 3
Also zentrales Thema aus meiner Sicht, wie gesagt, die Identifizierung der betroffenen Produkte über die Zolltarifnummer und dann natürlich inhaltlich muss man schon verstehen und wissen, woher kommen die Rohstoffe denn eigentlich? Eben nicht nur vom deutschen Importeur, sondern wo werden die tatsächlich hergestellt? Und. Wenn man das weiß, ist man schon ein Riesentritt vorne, dann hat man auch schon mal eine ungefähre Einschätzung von. Habe ich da ein Problem oder könnte ich da ein Problem haben oder bin ich safe?
Sprecher 2
Mhm, OK, ja, ich glaube ist so ein kurzer Plausi Check würde ich es vereinfacht sagen. Macht auch für mich Sinn, aber wie gesagt, für mich ist ja das weiße Kitkat schon gerettet. Für die Einblicke und ne haben wir gerade mit der Entwaldungsverordnung schon so ein Blick in die nahe Zukunft gesetzt. Aber vielleicht mal beim Thema Entwaldungsverordnung wollen sie da eine Prognose wagen? Zeigt sich für sie da in der. Aber natürlich können wir auch noch gerne beim Thema Nachhaltigkeit noch unabhängig von der Verordnung zusätzlich in die Zukunft gucken.
Sprecher 3
Ja, ich glaube, bei der Entwaldungsverordnung haben wir jetzt tatsächlich noch umsetzungsprobleme. Was was IT. Abwicklung angeht. Also wir wissen, wo unsere Produkte. Wir wissen auch, unter welchen Umständen, die hergestellt werden und sind sehr zuversichtlich, dass wir Compliance technisch keine Probleme haben. Geht um. Tatsächlich nur darum, wie dokumentiere ich das jetzt im System und wie bringe ich es dem Kunden dann nahe? Und also, das Thema Klimaneutralität ist natürlich ein Riesenthema und das wird uns die nächsten Jahrzehnte beschäftigen, weil die Lösungen nicht so leicht auf der Hand liegen. Leider, so sehr wir uns das alle wünschen würden und was für uns auch ein Riesenfokus ist, es ist tatsächlich das Thema Menschenrechte, die ja auch im Lksg schon vorgesehen sind, wo wir ein weltweites Framework entwickelt haben und wo wir auch einzelne Aspekte untergeordnet haben.
Sprecher 3
Möchte ich einfach mal exemplarisch das Thema Income Accelerator Programm. Nennen Kinderarbeit in der Kakao Lieferkette ist systemisch und wir möchten das Problem gerne lösen. Haben da auch viele verschiedene Ansätze gefunden, unter anderem eben mit den sogenannten Income Accelerator Programmen. Wir ja, ich sag mal fahren bezuschussen in den Preis für den. Wenn sie bestimmte Maßnahmen umsetzen, also zum Beispiel, gibt es mehr Geld, wenn sie ihre Kinder in die Schule schicken. Gibt auch mehr Geld. Wenn sie sogenannte schattenbäume pflanzen, wenn sie vernünftigen Rückschnitt betreiben, und es gibt mehr Geld, wenn sie alternative Einkommensmöglichkeiten schaffen, dass sie nicht nur ausschließlich auf den Kakao angewiesen sind, sondern in schlechten Erntesituationen auch Ausweichmöglichkeiten haben und dann eben ihre Kinder nicht in der Ernte einsetzen.
Sprecher 2
Also hört sich für mich richtig gut an. Ich bin nämlich ehrlicherweise ohne das politisch Anzuhauchen zu wollen, aber nicht so ein Fan von Verboten und könnte mir auch vorstellen, dass das manchmal eben auch das Thema so ein so ein bisschen Nachhaltigkeit negativ besetzt, oder? Wenn man aber sieht eben ne. Wir können auch andere setzen, auch in Kulturen, wo Kinderarbeit vielleicht noch nicht so negativ besetzt ist, wie das bei uns ist, dann glaube ich, schafft es in dem Fall mehr Verständnis und auch mehr Engagement, wenn man da eben positive Anreize setzt und ich sage nicht nur sagt, geht nicht, geht nicht, geht nicht, also am Ende muss man dann eben auch, glaube ich da Freiräume lassen, also danke für den Eingriff. Jetzt verlassen wir noch für die letzte Frage vielleicht das Thema Nachhaltigkeit im Einkauf. Was sind sonst Themen, die sie im Einkauf in den nächsten Jahren bei nestlé auf der Agenda haben? Dem Schirm oder noch in der Kristallkugel sozusagen für sie wabern.
Sprecher 3
Jetzt muss ich natürlich das Thema künstliche Intelligenz nennen. Das wird uns die nächsten Jahre begleiten und ich kann auch nicht so richtig absehen, wie der. Schluss auf den Einkauf sein. Die Arbeit wird sicherlich ein Stück weit einfacher, ne ich wir, wir beschäftigen uns gerade mit so ganz simplen Dingen wie Co Pilot fast und macht ein Protokoll des Meetings, was wir gerade geführt haben, aber es geht ja dann sehr viel weiter. Hab schon auf messen super tolle Systeme gesehen, wo man alle Einkaufspolicies hochladen kann und dann automatisch einen Lieferanten für ein gewünschtes Produkt angezeigt bekommt. Das finde ich also mega spannend. Land, sodass also viele Dinge sehr viel einfacher werden. Jetzt habe ich gerade in einem Vortrag neulich gehört, autonomist Sourcing, damit muss ich mich jetzt noch mal intensiver auseinandersetzen. Wo also 2 Computer miteinander verhandeln, das finde ich auch extrem spannend und das wird sicherlich auch ein Impact auf die Art und Weise, wie wir zukünftig haben.
Sprecher 2
Klingt sehr. Das heißt, die Themen gehen uns nicht aus für heute. Haben wir, glaube ich, wirklich einen sehr, sehr breiten Blumenstrauß abgedeckt, den würde ich ihnen am liebsten jetzt gerne virtuell überreichen. Sie dagegen schulden mir für das nächste Zusammentreffen ein. Kit Cat White Junkie.
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